Coburg | Gotha | 1826

Band 69
Ein Herzog - Zwei Residenzen
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Bayern im Buch-Rezension
Eindrucksvoller Blick auf ein kleines, aber bedeutsames und einflussreiches Herzogtum.
Der Begleitband zu den Ausstellungen „Coburg | Gotha | 1826. Ein Herzog. Zwei Residenzen.“ gewährt aufschlussreiche Einblicke in die lang dauernde gemeinsame Geschichte der beiden Residenzstädte, die 1826 aufgrund dynastischer Probleme in einem mühevoll zustande gekommenen Vertrag als neugegründetes Doppelherzogtum „Sachsen-Coburg und Gotha“ zusammengefasst wurden. Diese ehemaligen historischen Ereignisse sind jedoch großteils in Vergessenheit geraten – mit der Ausnahme Alberts von Sachsen-Coburg und Gotha (1819-1861), der als Ehemann Königin Viktorias von England (1819-1901) allgemein bekannt ist. Die Gründe für die Zusammenlegung lagen in Erbstreitereien sowie im Erlöschen des Hauses Gotha und verlangten zudem wegen zahlreicher Gebietsansprüche innerhalb der weitverzweigten Familie nach einer grundsätzlichen Lösung, die dann 1826 festgeschrieben wurde. Der maßgebliche Motor und Vollender dieser Vorgänge war Herzog Ernst I. (1784-1844), der in allen wichtigen Bereichen Einheitlichkeit zu erreichen versuchte, insbesondere durch den Bau der Chaussee Coburg–Gotha, die kurzzeitig wirtschaftlichen Aufschwung bedeutete, aber letztendlich durch die leistungsfähigere Eisenbahn abgelöst wurde. Der Persönlichkeit Herzog Ernsts und der von ihm stark geprägten Jahrzehnte widmet sich der Band in fundiert erarbeiteten Texten sowie mit anschaulichen Abbildungen, die seinen Werdegang in der von Napoleon diktierten Epoche und in der von Metternich erzwungenen Restauration nachzeichnen sowie seinen Charakter zu erfassen versuchen, indem sein Ehrgeiz, sein politisches Geschick, sein Durchsetzungsvermögen, aber auch seine moralisch zweifelhafte Haltung gegenüber seiner ersten Frau und seinen Geliebten herausgearbeitet werden. In allgemeiner Erinnerung blieben und bleiben jedoch der Ausbau und die Verschönerung der beiden Residenzstädte sowie seine vielfältige Sammelaktivität. - Nicht nur als Ausstellungsbegleiter sehr zu empfehlen!
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Artikelbeschreibung

Vor 200 Jahren entstand mit Sachsen-Coburg und Gotha ein Doppelherzogtum, dessen regierende Dynastie bald europäische Prominenz erlangen sollte. Persönlichkeiten wie Queen Victoria und Prinz Albert oder Leopold, der erste König der Belgier, sind bis heute bekannt. Der Begründer des Doppelherzogtums, Ernst I., steht jedoch meist im Schatten seiner berühmten Verwandten. Dieser Band rückt den ehrgeizigen Herzog ins Zentrum, der in bewegten Zeiten durch diplomatisches Geschick und dynastische Weitsicht die Grundlagen für den Aufstieg seiner Dynastie legte. Neben Ernsts Wirken als Politiker, Bauherr und Sammler beleuchtet das Buch auch die oft übersehenen Akteure hinter den Kulissen - jene Menschen, die Verwaltung und Sammlungen prägten. Ein facettenreicher Blick auf die Entstehung eines Doppelstaates, seine Herausforderungen und die Grundlagen eines "ernestinischen Zeitalters", das Coburg und Gotha zu Zentren europäischer Geschichte machte und das bis heute auf die Kulturlandschaften beiderseits des Thüringer Walds nachwirkt.

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